KULTUR

Nützen Sie Ihre Reise, um junge tunesische Künstler, die Geheimnisse des traditionellen Handwerks, die arabisch-andalusische Musik oder die Schätze des antiken Tunesien zu entdecken… 


Spazieren Sie durch eine antike Stadt 

In Kerkouane, im Nordosten Tunesiens, können Sie durch die Straßen einer kleinen karthagischen Stadt schlendern. Treten Sie über die Schwelle der durch das „Tanit-Zeichen“ geschützten Häuser, lassen Sie vor Ihrem geistigen Auge die von Säulen umgrenzten Patios und die im Tempel abgehaltenen Zeremonien entstehen … Die Häuser sind vor langer Zeit verschwunden, aber der Plan der Stadt ist immer noch erkennbar. Es genügt etwas Phantasie, um den Alltag der Bewohner aus der Zeit Karthagos wieder aufleben zu lassen, die an diesem atemberaubenden Ort am Meer lebten. 
In Oudhna, unweit von Tunis, können Sie die Sitzreihen des Amphitheaters emporklettern, das ursprünglich 16.000 Besuchern Platz bot und nach dem berühmten Kolosseum in El Jem zu den größten römischen Amphitheatern Afrikas zählt. Erforschen Sie die mysteriösen Kuppelsäle, die der monumentalen Treppe als Unterbau dienen: steigen Sie hinauf zum gigantischen Kapitol, von dem nur noch einige Säulen erhalten sind. Sie befinden sich im Herzen einer reichen römischen Kolonie, umgeben von Feldern.
Im Südwesten erzählen die archäologischen Ausgrabungsstätten von Sbeïtla und Haïdra die Geschichte des christlichen und byzantinischen Tunesien. Römisches Kapitol, Kirchen, Basiliken und Burgen haben beeindruckende Ruinen hinterlassen.
Aber die beeindruckendste Sehenswürdigkeit ist zweifelsohne Dougga. Zwischen Olivenhainen taucht eine vollständige Stadt mit einem perfekt erhaltenen Kapitol, einem großen Theater, gepflasterten Straßen und unzähligen Spuren aus längst vergangenen Zeit auf. 
Insgesamt 18 tunesische Ausgrabungsstätten laden zum Besuch ein und erzählen von den goldenen Zeitaltern des antiken Tunesien: Karthago, das römische Reich und Byzanz. 

Weitere Informationen

 Präsentation der archäologischen Ausgrabungsstätten und nützliche Informationen: weiterlesen.
 Buchtipp: Tunisie, musée à ciel ouvert (Tunisia, an open-air museum), Guillemette Mansour (Dad éditions)

Schlendern Sie durch das Tunis von 1900Schlendern Sie durch das Stadtzentrum von Tunis: prächtige dekorierte Fassaden entführen Sie in das Tunesien von 1900, der Zeit des französischen Protektorats (1881-1956). Die Vielfalt der architektonischen Stilrichtungen spiegelt die zahlreichen Experimente und Moden jener Zeit wider. In manchen Straßen findet man eine Abfolge von kurvig geschwungenen Balkonen, Fenstern in Fischform, üppig, der Natur nachempfundene Ornamente … das ist der Jugendstil. In der Avenue Bourguiba präsentiert sich das Stadttheater als ein herausragendes Beispiel dieser Stilepoche. 
Andernorts lässt sich der Einfluss des Art Deco an manchen Gebäuden erahnen.
Im Kasbah Viertel oberhalb der Medina finden sich an vielen Amtsgebäuden Anspielungen an die maurische Architektur mit ihren Kuppeln, Zinnen und Hufeisenbögen. Dieser Stil wird als orientalisierende Architektur bezeichnet.
Besuchen Sie das Bardomuseum

Das jüngst ausgebaute und vollständig renovierte Bardomuseum empfängt Sie in weitläufigen und lichtdurchfluteten Sälen. Am Eingang werden Sie sofort von einem riesigen römischen Mosaik empfangen. Es folgen karthagische Statuen, griechische Kunstgegenstände und – einer der Schätze des Museums – ein Mosaik, das das einzige bekannte Portrait des lateinischen Dichters Virgil zeigt. Ohne es zu merken, befinden Sie sich im alten Teil des Museums, einem reich verzierten Palast der Herrscher von Tunis. Hier findet man eine außergewöhnliche Sammlung antiker Mosaiken, eine der bedeutendsten Sammlungen weltweit. Jagdszenen oder Feldarbeit, Porträts von Odysseus oder Neptun … das gesamte Leben und die Phantasiewelt der Römer breitet sich vor Ihren Augen aus. 
Das Bardomuseum ist eines der wichtigsten Museen im Mittelmeerraum. Es besitzt auch prähistorische Exponate, römische Töpferwaren, arabische Astrolabe, Keramikbilder aus der osmanischen Zeit … Ein Besuch in dem Sie viel über die reiche und wechselvolle Geschichte Tunesiens erfahren. 

Weitere Informationen

Webseite des Bardomuseums.
Präsentation und nützliche Informationen.

Entdecken Sie die Kunst von heute

Tunesien zählt zu den Pionieren des arabischen Theaters und Films. Bereits in den 1920er-Jahren hatte Tunesien erste moderne Maler. Auch heute noch verfolgen die jungen tunesischen Künstler – Tänzer, Filmemacher, Musiker oder bildende Künstler – die aktuellen Trends. Vor allem in und um Tunis (in Sidi Bou Saïd, Karthago oder La Marsa) können Sie zahlreiche Kunstgalerien besuchen, tunesische Filme sehen oder modernen Aufführungen beiwohnen.
Tunesien empfängt auch gerne Kunst aus der gesamten Welt. Während der jeweils im November stattfindenden Biennale „Dream City“ vibriert die gesamte Medina von Tunis im Rhythmus der Performances und Installationen tunesischer und internationaler Künstler. Das E-Fest ist ein weiteres Highlight und wichtiger Treffpunkt für Künstler in der tunesischen Hauptstadt mit dem Schwerpunkt elektronische Musik und digitale Kunst. 
Auch im Herzen der Insel Djerba können Sie einen erstaunlichen Ort besuchen: das Dorf Djerbahood, die internationale und ephemere Hauptstadt der Street Art. Fresken, Graffitis, „calligraffiti“ … an jeder Straßenecke erwartet Sie eine Überraschung. 



Wegweiser zur zeitgenössischen Kultur und Kunst

Galerie A. Gorgi, Sidi Bou Saïd
Galerie Le Violon Bleu, Sidi Bou Saïd 
Centre Mad’Art, Carthage 
Palais Abdellia, La Marsa 
Palais Khereddine, Tunis 
Dream City, Biennale für zeitgenössische Kunst in Tunis 
Djerbahood.
Eine der Street Art gewidmete Galerie: Yosr Ben Ammar Gallery 
Der Verein Art Solution fördert Tanz, Hip-Hop und urbane Kultur 

Beobachten Sie die Handwerker bei ihrer Arbeit 

Im kleinen Dorf Sejnane können Sie den geschickten Töpferinnen bei ihrer Arbeit zusehen: mit sehr einfachen Mitteln stellen sie eine Vielzahl von Objekten (Teller, Krüge, Figuren) aus gebranntem Ton her und dekorieren sie mit Berbermotiven und natürlichen Farben. In Kairouan haben Sie die Möglichkeit Frauen bei der Herstellung von geknüpften Teppichen mit sehr komplizierten Mustern zuzusehen. In Mahdia lohnt sich ein Besuch bei den Webern: sie stellen schillernde mit Goldfäden durchwirkte Seidenstoffe her.


Nabeul ist ein großes Handwerkszentrum: besichtigen Sie das Handwerkerdorf und beobachten Sie einen Schmied, einen Hersteller von Binsenmatten, einen Kupfergraveur bei ihrer Arbeit…. In Djerba können Sie zusehen, wie Silberschmuck mit Hilfe eines Lötkolbens emailliert wird. 
Die Medina von Tunis beherbergt viele Handwerker: Weber, Kupferschmiede, Hersteller von Chechias (rote, typisch tunesische Filzkappen).


Folgen Sie den Spuren der Andalusier 
Die hübsche Straße der Andalusier in der Medina von Tunis trägt ihren Namen völlig zurecht: an dieser Stelle ließen sich im Mittelalter die von den Christen aus Spanien vertriebenen muslimischen Flüchtlinge nieder. Nicht weit entfernt lädt das Mausoleum von Sidi Qacem Jellizi, einem aus Andalusien stammenden Keramikmeister zum Besuch ein. Hier werden alte Keramiken ausgestellt, von den viele große Ähnlichkeit mit den spanischen Keramiken aus der Renaissance haben. 
Viele Andalusier ließen sich im 17. Jahrhundert in Tunesien nieder und brachten ihre typischen spanischen Gewohnheiten mit. In der Stadt Testour kann man heute noch Moscheen sehen, die an die Kirchen in Aragon erinnern. 
Zum Abschluss dieses Ausflugs in die Welt der Andalusier, sollten Sie noch ein Malouf Konzert besuchen, dieser tunesischen Musikgattung, deren Wurzeln in Andalusien liegen.
Rückkehr in die Zeit der Emire
Die Region um Sousse, Kairouan, Monastir und Mahdia entführt Sie in das Hochmittelalter. Die hohen Mauern der Medina von Sousse, ihre Befestigungsbauten, ihre von erstaunlicher Schlichtheit geprägte Moschee aus dem 9. Jahrhundert. Zu jener Zeit war Sousse ein Militärhafen und Kairouan, die große Hauptstadt des Aghlabiden-Emirats. Die Stadt, die sich um die berühmte Moschee, eine der ältesten ihrer Art weltweit, entwickelte, verfügt über ein, für die damalige Zeit außergewöhnliches Wasserversorgungssystem, von dem heute noch die großen Wasserspeicher, die unter dem Namen die „Becken der Aghlabiden“ bekannt sind, zeugen. Eine ganze Reihe von Befestigungsbauten (so genannte „Ribats“) bewachten damals die Küste. Das Ribat von Monastir, das im Laufe der Jahrhunderte mehrere Erweiterungen erfuhr, ist eine beeindruckende Festung, deren hochaufsteigender Turm sich über dem Meer erhebt.
Die Aghlabiden wurden durch eine in Tunesien entstandene neue Dynastie abgelöst, die zu Großem bestimmt war: die Fatimiden. Die fatimidischen Kalifen sollten in der Folge über Ägypten und Syrien herrschen. Doch noch bevor sie Tunesien verließen, bauten sie sich mit Mahdia eine fürstliche Stadt, von der heute noch das monumentale Stadttor, die Skifa Kahla, und die Moschee der ersten Hauptstadt der Fatimiden zu bestaunen sind. 
Bewundern Sie die traditionellen Künste
Besuchen Sie eines der schönen Palais in der Medina von Tunis oder das Mausoleum eines Sufi-Heiligen. Dort finden Sie traditionelle Dekors in reicher Ausgestaltung: vielfärbige Keramiktafeln an den Wänden und Arabesken aus Stuck an den Decken.
Besichtigen Sie auch die Volkskundemuseen und entdecken Sie die Vielfalt und die Raffinesse der Festtagskleidung aus früheren Zeiten. Die Kleider der Frauen unterscheiden sich je nach Region: hier eine lange Tunika, dort ein eng anliegendes Bolero-Jäckchen oder eine drapierte Kleidung … Diese oftmals reich mit Pailletten und Goldfäden bestickten Kleider werden heute noch zu großen Anlässen wie Hochzeiten getragen und erstrahlen in einem vielfältigen Farbenspiel. 
Verschiedene Arten von Teppichen werden in Tunesien produziert: gewebte klims und mergoums, die mit parallel verlaufenden Streifen und Berbermotiven dekoriert werden, oder gtifs, dicke Teppiche mit kräftigen Farben, werden im Süden und auf dem Land hergestellt. Kairouan ist die Hauptstadt der Teppichkunst in Tunesien. Der Teppich von Kairouan ähnelt dem orientalischen Teppich; man erkennt ihn an seinem zentralen Medaillon, das von Blumen umgeben wird und von parallel verlaufenden Bändern eingerahmt wird. 


In Kerkouane, im Nordosten Tunesiens, können Sie durch die Straßen einer kleinen karthagischen Stadt schlendern. Treten Sie über die Schwelle der durch das „Tanit-Zeichen“ geschützten Häuser, lassen Sie vor Ihrem geistigen Auge die von Säulen umgrenzten Patios und die im Tempel abgehaltenen Zeremonien entstehen … Die Häuser sind vor langer Zeit verschwunden, aber der Plan der Stadt ist immer noch erkennbar. Es genügt etwas Phantasie, um den Alltag der Bewohner aus der Zeit Karthagos wieder aufleben zu lassen, die an diesem atemberaubenden Ort am Meer lebten. 
In Oudhna, unweit von Tunis, können Sie die Sitzreihen des Amphitheaters emporklettern, das ursprünglich 16.000 Besuchern Platz bot und nach dem berühmten Kolosseum in El Jem zu den größten römischen Amphitheatern Afrikas zählt. Erforschen Sie die mysteriösen Kuppelsäle, die der monumentalen Treppe als Unterbau dienen: steigen Sie hinauf zum gigantischen Kapitol, von dem nur noch einige Säulen erhalten sind. Sie befinden sich im Herzen einer reichen römischen Kolonie, umgeben von Feldern.
Im Südwesten erzählen die archäologischen Ausgrabungsstätten von Sbeïtla und Haïdra die Geschichte des christlichen und byzantinischen Tunesien. Römisches Kapitol, Kirchen, Basiliken und Burgen haben beeindruckende Ruinen hinterlassen.
Aber die beeindruckendste Sehenswürdigkeit ist zweifelsohne Dougga. Zwischen Olivenhainen taucht eine vollständige Stadt mit einem perfekt erhaltenen Kapitol, einem großen Theater, gepflasterten Straßen und unzähligen Spuren aus längst vergangenen Zeit auf. 
Insgesamt 18 tunesische Ausgrabungsstätten laden zum Besuch ein und erzählen von den goldenen Zeitaltern des antiken Tunesien: Karthago, das römische Reich und Byzanz. 

Weitere Informationen

 Präsentation der archäologischen Ausgrabungsstätten und nützliche Informationen: weiterlesen.
 Buchtipp: Tunisie, musée à ciel ouvert (Tunisia, an open-air museum), Guillemette Mansour (Dad éditions)

Schlendern Sie durch das Stadtzentrum von Tunis: prächtige dekorierte Fassaden entführen Sie in das Tunesien von 1900, der Zeit des französischen Protektorats (1881-1956). Die Vielfalt der architektonischen Stilrichtungen spiegelt die zahlreichen Experimente und Moden jener Zeit wider. In manchen Straßen findet man eine Abfolge von kurvig geschwungenen Balkonen, Fenstern in Fischform, üppig, der Natur nachempfundene Ornamente … das ist der Jugendstil. In der Avenue Bourguiba präsentiert sich das Stadttheater als ein herausragendes Beispiel dieser Stilepoche. 
Andernorts lässt sich der Einfluss des Art Deco an manchen Gebäuden erahnen.
Im Kasbah Viertel oberhalb der Medina finden sich an vielen Amtsgebäuden Anspielungen an die maurische Architektur mit ihren Kuppeln, Zinnen und Hufeisenbögen. Dieser Stil wird als orientalisierende Architektur bezeichnet.

Das jüngst ausgebaute und vollständig renovierte Bardomuseum empfängt Sie in weitläufigen und lichtdurchfluteten Sälen. Am Eingang werden Sie sofort von einem riesigen römischen Mosaik empfangen. Es folgen karthagische Statuen, griechische Kunstgegenstände und – einer der Schätze des Museums – ein Mosaik, das das einzige bekannte Portrait des lateinischen Dichters Virgil zeigt. Ohne es zu merken, befinden Sie sich im alten Teil des Museums, einem reich verzierten Palast der Herrscher von Tunis. Hier findet man eine außergewöhnliche Sammlung antiker Mosaiken, eine der bedeutendsten Sammlungen weltweit. Jagdszenen oder Feldarbeit, Porträts von Odysseus oder Neptun … das gesamte Leben und die Phantasiewelt der Römer breitet sich vor Ihren Augen aus. 
Das Bardomuseum ist eines der wichtigsten Museen im Mittelmeerraum. Es besitzt auch prähistorische Exponate, römische Töpferwaren, arabische Astrolabe, Keramikbilder aus der osmanischen Zeit … Ein Besuch in dem Sie viel über die reiche und wechselvolle Geschichte Tunesiens erfahren. 

Weitere Informationen

Webseite des Bardomuseums.
Präsentation und nützliche Informationen.

Tunesien zählt zu den Pionieren des arabischen Theaters und Films. Bereits in den 1920er-Jahren hatte Tunesien erste moderne Maler. Auch heute noch verfolgen die jungen tunesischen Künstler – Tänzer, Filmemacher, Musiker oder bildende Künstler – die aktuellen Trends. Vor allem in und um Tunis (in Sidi Bou Saïd, Karthago oder La Marsa) können Sie zahlreiche Kunstgalerien besuchen, tunesische Filme sehen oder modernen Aufführungen beiwohnen.
Tunesien empfängt auch gerne Kunst aus der gesamten Welt. Während der jeweils im November stattfindenden Biennale „Dream City“ vibriert die gesamte Medina von Tunis im Rhythmus der Performances und Installationen tunesischer und internationaler Künstler. Das E-Fest ist ein weiteres Highlight und wichtiger Treffpunkt für Künstler in der tunesischen Hauptstadt mit dem Schwerpunkt elektronische Musik und digitale Kunst. 
Auch im Herzen der Insel Djerba können Sie einen erstaunlichen Ort besuchen: das Dorf Djerbahood, die internationale und ephemere Hauptstadt der Street Art. Fresken, Graffitis, „calligraffiti“ … an jeder Straßenecke erwartet Sie eine Überraschung. 



Wegweiser zur zeitgenössischen Kultur und Kunst

Galerie A. Gorgi, Sidi Bou Saïd
Galerie Le Violon Bleu, Sidi Bou Saïd 
Centre Mad’Art, Carthage 
Palais Abdellia, La Marsa 
Palais Khereddine, Tunis 
Dream City, Biennale für zeitgenössische Kunst in Tunis 
Djerbahood.
Eine der Street Art gewidmete Galerie: Yosr Ben Ammar Gallery 
Der Verein Art Solution fördert Tanz, Hip-Hop und urbane Kultur 

Im kleinen Dorf Sejnane können Sie den geschickten Töpferinnen bei ihrer Arbeit zusehen: mit sehr einfachen Mitteln stellen sie eine Vielzahl von Objekten (Teller, Krüge, Figuren) aus gebranntem Ton her und dekorieren sie mit Berbermotiven und natürlichen Farben. In Kairouan haben Sie die Möglichkeit Frauen bei der Herstellung von geknüpften Teppichen mit sehr komplizierten Mustern zuzusehen. In Mahdia lohnt sich ein Besuch bei den Webern: sie stellen schillernde mit Goldfäden durchwirkte Seidenstoffe her.


Nabeul ist ein großes Handwerkszentrum: besichtigen Sie das Handwerkerdorf und beobachten Sie einen Schmied, einen Hersteller von Binsenmatten, einen Kupfergraveur bei ihrer Arbeit…. In Djerba können Sie zusehen, wie Silberschmuck mit Hilfe eines Lötkolbens emailliert wird. 
Die Medina von Tunis beherbergt viele Handwerker: Weber, Kupferschmiede, Hersteller von Chechias (rote, typisch tunesische Filzkappen).


Die hübsche Straße der Andalusier in der Medina von Tunis trägt ihren Namen völlig zurecht: an dieser Stelle ließen sich im Mittelalter die von den Christen aus Spanien vertriebenen muslimischen Flüchtlinge nieder. Nicht weit entfernt lädt das Mausoleum von Sidi Qacem Jellizi, einem aus Andalusien stammenden Keramikmeister zum Besuch ein. Hier werden alte Keramiken ausgestellt, von den viele große Ähnlichkeit mit den spanischen Keramiken aus der Renaissance haben. 
Viele Andalusier ließen sich im 17. Jahrhundert in Tunesien nieder und brachten ihre typischen spanischen Gewohnheiten mit. In der Stadt Testour kann man heute noch Moscheen sehen, die an die Kirchen in Aragon erinnern. 
Zum Abschluss dieses Ausflugs in die Welt der Andalusier, sollten Sie noch ein Malouf Konzert besuchen, dieser tunesischen Musikgattung, deren Wurzeln in Andalusien liegen.
Die Region um Sousse, Kairouan, Monastir und Mahdia entführt Sie in das Hochmittelalter. Die hohen Mauern der Medina von Sousse, ihre Befestigungsbauten, ihre von erstaunlicher Schlichtheit geprägte Moschee aus dem 9. Jahrhundert. Zu jener Zeit war Sousse ein Militärhafen und Kairouan, die große Hauptstadt des Aghlabiden-Emirats. Die Stadt, die sich um die berühmte Moschee, eine der ältesten ihrer Art weltweit, entwickelte, verfügt über ein, für die damalige Zeit außergewöhnliches Wasserversorgungssystem, von dem heute noch die großen Wasserspeicher, die unter dem Namen die „Becken der Aghlabiden“ bekannt sind, zeugen. Eine ganze Reihe von Befestigungsbauten (so genannte „Ribats“) bewachten damals die Küste. Das Ribat von Monastir, das im Laufe der Jahrhunderte mehrere Erweiterungen erfuhr, ist eine beeindruckende Festung, deren hochaufsteigender Turm sich über dem Meer erhebt.
Die Aghlabiden wurden durch eine in Tunesien entstandene neue Dynastie abgelöst, die zu Großem bestimmt war: die Fatimiden. Die fatimidischen Kalifen sollten in der Folge über Ägypten und Syrien herrschen. Doch noch bevor sie Tunesien verließen, bauten sie sich mit Mahdia eine fürstliche Stadt, von der heute noch das monumentale Stadttor, die Skifa Kahla, und die Moschee der ersten Hauptstadt der Fatimiden zu bestaunen sind. 
Besuchen Sie eines der schönen Palais in der Medina von Tunis oder das Mausoleum eines Sufi-Heiligen. Dort finden Sie traditionelle Dekors in reicher Ausgestaltung: vielfärbige Keramiktafeln an den Wänden und Arabesken aus Stuck an den Decken.
Besichtigen Sie auch die Volkskundemuseen und entdecken Sie die Vielfalt und die Raffinesse der Festtagskleidung aus früheren Zeiten. Die Kleider der Frauen unterscheiden sich je nach Region: hier eine lange Tunika, dort ein eng anliegendes Bolero-Jäckchen oder eine drapierte Kleidung … Diese oftmals reich mit Pailletten und Goldfäden bestickten Kleider werden heute noch zu großen Anlässen wie Hochzeiten getragen und erstrahlen in einem vielfältigen Farbenspiel. 
Verschiedene Arten von Teppichen werden in Tunesien produziert: gewebte klims und mergoums, die mit parallel verlaufenden Streifen und Berbermotiven dekoriert werden, oder gtifs, dicke Teppiche mit kräftigen Farben, werden im Süden und auf dem Land hergestellt. Kairouan ist die Hauptstadt der Teppichkunst in Tunesien. Der Teppich von Kairouan ähnelt dem orientalischen Teppich; man erkennt ihn an seinem zentralen Medaillon, das von Blumen umgeben wird und von parallel verlaufenden Bändern eingerahmt wird.