Der Westen Tunesiens

Im Westen Tunesiens befindet sich eine ausgedehnte Bergregion. Auf dem Programm: gesunde Luft, Freizeitaktivitäten in der Natur und die Besichtigung unzähliger antiker Ruinen. 


Die weißen Kuppeln der Moschee Sidi Boumakhlouf wachen über die Altstadt von El Kef, die sich terrassenförmig den Berghang emporwindet. Beim Durchstreifen der Gässchen und Treppen entdecken Sie zahlreiche Überreste der Antike, die über die gesamte Altstadt verstreut sind. Besichtigen Sie die alte Synagoge und das Volkskundemuseum, das in einem alten muslimischen Mausoleum untergebracht ist: das Zusammenleben der verschiedenen Religionen hat allerlei Spuren in der Stadt hinterlassen. Steigen Sie zu der osmanischen Zitadelle empor, von wo aus sich Ihnen ein herrlicher Blick auf Felder und Wälder bietet. Ein Besuch in El Kef lohnt sich ganz besonders im Frühling. Die umliegende Landschaft schmückt sich mit üppigem Grün, die Stadt lebt während des internationalen Theaterfestivals und dem traditionsreichen Mayou-Fest auf. 

Eine Reise in den Westen Tunesiens führt Sie ins Herz einer unberührten Natur inmitten der Dorsale, dem bedeutendsten Gebirgszug Tunesiens. Dort liegt der Djebel Chambi, mit 1544 Metern der höchste Berg Tunesiens. Überlassen Sie sich einem grenzenlosen Gefühl der Freiheit, wenn Sie durch die Kiefernwälder streifen, einen Wadi entlang reiten oder mit dem Boot einen Stausee überqueren… Diese noch urwüchsige Region bietet weite Naturräume und spektakuläre Landschaften. 

Die Antike hat zahlreiche Spuren im Westen Tunesiens hinterlassen. Bei Ihren Ausflügen werden Sie hier und dort auf einen römischen Triumphbogen, Dutzende von Dolmen, prähistorische Höhlen, die Arkaden eines antiken Theaters oder die Becken ehemaliger römischer Thermen stoßen. 

Auf den Hochplateaus lag Sufetula, die wichtigste Stadt Tunesiens in byzantinischer Zeit (6.- 7. Jahrhundert). Sie trägt heute den Namen Sbeitla und ist eine überwältigende archäologische Stätte, die Sie unbedingt besichtigen müssen


Tipps

Ein Kurzurlaub inmitten der Natur in der Auberge du Lac/Ranch du Lac im Wald von Nebeur, zwischen Le Kef und Jendouba. Einfach aber komfortabel und gastfreundlich. Wanderungen oder Ausritte mit dem Pferd …

Es gibt zahlreiche tunesische Vereine, die regelmäßig Wandertouren organisieren. Mehr lesen.

El Kef und Kasserine sind die bedeutendsten Städte dieser Region, wo es eine Vielzahl archäologischer Stätten gibt. Am eindrucksvollsten sind die Ruinen von Sbeitla, Makthar und Haidra. Besonders empfehlenswert ist auch der Tafelberg „Table de Jugurtha“, eine einzigartige Naturschönheit und historische Stätte in einem. 


Die Medina und die Festung von El Kef 

Als Stadt mit antiken Wurzeln hat El Kef mitten in der Altstadt zahlreiche Spuren der römischen Antike bewahrt: Thermen, Zisternen, eine Basilika, eine Kirche… Die Stadt birgt auch eine Vielzahl von Mausoleen und Heiligtümern von Sufi-Heiligen wie Sidi Boumakhlouf, der Schutzheilige der Stadt. In einem davon ist heute ein wunderschönes Museum untergebracht, das Ihnen die verschieden Lebensweisen der Städter und der in der Umgebung beheimateten Beduinen näher bringt. In der Altstadt zeugen die Synagoge und der jüdische Friedhof auch von der jüdischen Präsenz bis ans Ende des 20. Jahrhunderts. 

Am höchsten Punkt der Altstadt thront die in osmanischer Zeit erbaute Kasbah (Festung). Dort war die Garnison türkischer Janitscharen stationiert, die die Grenze zu Algerien bewachte. 


Die Table de Jugurtha

Ganz von schroffen Felswänden umgeben, gleicht dieser Tafelberg mit einer Fläche von 80 Hektar einer natürlichen Festung. Der Aufstieg ist nur über eine schmale, in den Fels gehauene Treppe möglich. Der Überlieferung nach hat der Numidenherrscher Jugurtha dort einer monatelangen Belagerung standgehalten. Der Berg diente im Laufe der Jahrhunderte auch anderen Rebellen als Zufluchtsort. Suchen Sie dort nach den Spuren einstiger Nutzung (Zisternen, Vorratsspeicher, unterirdische Refugien…) oder bewundern Sie ganz einfach das überwältigende Panorama. 


Die Megalithen von Ellès

Ellès ist ein kleines Dorf im Westen Tunesiens zwischen der Stadt Le Kef und der archäologischen Ausgrabungsstätte von Makthar gelegen. Eigentlich befindet sich das Dorf im Herzen einer riesigen Totenstadt. Gezählt wurden 71 megalithische Gräber auf einer Fläche von 8 Hektar, von denen einige gut erhalten sind. Dabei handelt es sich um kollektive Gräber, die zahlreichen Toten als letzte Ruhestätte dienten.
Weiterlesen: “Ellès: Dolmen im westlichen Tunesien



Haidra und Thala

Gegen Ende der Antike war der Westen Tunesiens mit Kirchen und christlichen Kapellen übersät. In Thala sind die Ruinen einer Kirche, in Haidra die einer der größten byzantinischen Festungen im Maghreb zu besichtigen. 


Kasserine

Ein Triumphbogen, ein Staudamm, zwei Mausoleen und eine Vielzahl weiterer Ruinen… Die inmitten hoher Berge gelegene Stadt Kasserine spielte in der römischen und byzantinischen Zeit eine bedeutende strategische Rolle. 


Sbeitla

Die für Veteranen der römischen Armee gegründete Stadt Sbeitla war Schauplatz einer legendären Schlacht zur Zeit des ersten muslimischen Ansturms auf den Maghreb: dort haben die Araber 647 die byzantinische Armee des Exarchen Gregorius besiegt. Heute befindet sich dort eine bemerkenswerte historische Stätte. Zu sehen sind ein imposantes Kapitol mit drei miteinander verbundenen Tempeln sowie zahlreiche Reste christlicher Kirchen. 


Dougga

Nur zwei Autostunden westlich von Tunis gelegen, lohnt sich ein Abstecher zu dieser bemerkenswerten antiken Ausgrabungsstätte. Das römische Theater und Kapitol, das numidische Mausoleum, die zahllosen Ruinen von Tempeln, Thermen und Häusern bilden eine kleine antike Stadt, die erstaunlich gut erhalten ist. Die Ruinen der antiken Stadt Dougga zählen zum Weltkulturerbe der UNESCO. Weiterlesen.


Chemtou

In dieser archäologischen Ausgrabungsstätte inmitten einer bergigen Landschaft können Sie ehemalige Marmorsteinbrüche besichtigen (der gelbe Marmor war in der Antike heiß begehrt). In unmittelbarer Nähe befindet sich ein sehr schönes, modernes Museum. Nach der Besichtigung wissen Sie alles über die ursprünglichen Bewohner der Region, die Vorfahren der Berber. 


Bulla Regia

Das besondere Highlight der Besichtigung von Bulla Regia sind die luxuriösen römischen Villen mit unterirdischen Räumen, die Schutz vor der Sommerhitze boten. Dort sind noch die Originalmosaiken zu sehen. Rund herum die Ruinen eines Theaters, von öffentlichen Bädern und Tempeln… 


Gafsa

Die bedeutende Bergbaustadt Gafsa liegt inmitten der nördlichsten Oase Tunesiens. 


Die Bergoasen 

Die Ausläufer des Sahara-Atlas, südlich von Gafsa, bilden ganz einzigartige Landschaften. In dieser mineralischen Landschaft tauchen plötzlich mitten in den Bergen Oasen auf: Chebika mit dem Wadi, der den Berg hinabfließt, Tamerza und sein Wasserfall, Midès hoch über einem grandiosen Canyon gelegen. 



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